Zinsen beim Girokonto

Kostenlose Kontoführung und hohe Guthabenzinsen

Es ist schon ein Kreuz mit dem Zinsen. Der Verbraucher erwartet, für sein sauer verdientes Kapital ordentliche Zinssätze zu bekommen, möchte auf der anderen Seite aber das Girokonto komplett kostenlos erhalten. Dass dies nicht so ohne weiteres funktionieren kann, liegt quasi schon auf der Hand.

Wie verdienen die Banken an den Zinsen?

Das Einzige, woran die Bank bei einem kostenlosen Girokonto Geld verdienen kann, ist eben das Kapital des Anlegers, mit dem sie wirtschaften und Zinseinnahmen erzielen kann. Von diesen Zinseinnahmen müssen dann aber sowohl die Verwaltungskosten als auch der Gewinn des Kreditinstitutes abgezogen werden. Nur das, was nach allen Abzügen übrig bleibt, kann die Bank in Form von Zinsauszahlungen an den Kontoinhaber weitergeben.

Welche Zinsen sind auf einem Girokonto möglich?

Da die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen momentan relativ schlecht ist, werden sich die meisten Verbraucher schon denken können, dass bei einem kostenlosen Girokonto keine übermäßig hohen Zinseinnahmen zu erwarten sind. Und genauso sieht es auch in der Realität aus. Werden bereits auf ein herkömmliches Girokonto, bei dem sowohl die Kontoführung als auch die einzelnen Transaktionen Gebühren kosten, lediglich Zinssätze von 1 – 1,5 % angeboten, sehen die Zinsen beim kostenlosen Girokonto noch einmal etwas schlechter aus. Wie hoch die Guthabenzinsen auf einem Girokonto sein können, zeigt unser aktueller Vergleich:

GIROKONTO VERGLEICH

Warum frisst die Inflation einen Teil meiner Zinsen auf?

Man kann also davon ausgehen, dass die Banken bei kostenlosen Girokonten keinesfalls mehr als maximal 0,5 – 1 % Zinsen auf das Kapital des Anlegers auszahlen. Mit solch mageren Zinsauszahlungen kann der Kontoinhaber nicht viel anfangen. Der Hauptgrund: Die jährliche Inflation in Deutschland beträgt in der Regel zwischen 2 % und 3 %. Belässt der Anleger nun einen höheren Kapitalbetrag auf einem Girokonto mit lediglich 0,5 oder 1 % Zinsen, so werden diese  Zinseinnahmen noch nicht einmal den Kapitalschwund decken, der durch eben diese Inflation ausgelöst wird. Das bedeutet konkret: Das Anlegerkapital wird mit der Zeit immer weniger werden, auch wenn es vordergründig zunächst einmal Zinseinnahmen erwirtschaftet. Bleiben wir bei unserem Beispiel: Angenommen, die jährliche Inflation liegt bei nur 2 %, und der Anleger erhält dafür auf sein kostenloses Girokonto Zinsen in Höhe von 1 %, dann bleibt immer noch ein Minus von ebenfalls 1 % übrig. Das Kapital schrumpft also von Jahr zu Jahr um 1 %.

Wieso ist ein Girokonto in der Regel kein gutes Sparkonto?

Daher der gute Rat: Ein kostenloses Girokonto eignet sich keinesfalls dafür, erspartes Kapital für eine längere Zeit anzulegen. Dieses Kontomodell eignet sich also nur für Kapital, das schnell umgeschlagen wird. So zum Beispiel beim monatlichen Arbeitslohn, der auf das Konto transferiert und dann umgehend wieder abgehoben und ausgegeben wird.

Wer dagegen einen kleinen oder größeren Kapitalbetrag über längere Zeit anlegen möchte, der sollte zu diesem Zweck ein Festgeld- oder Tagesgeldkonto wählen. Auch hier bieten viele Kreditinstitute mittlerweile kostenlose Kontomodelle an, die über wesentlich bessere Verzinsungen als ein kostenloses Girokonto verfügen. So sind beim Festgeld z. B. Zinssätze von fast 5 % mittlerweile keine Seltenheit. Damit lässt sich locker die Inflation ausgleichen und trotzdem noch ein schöner Kapitalzuwachs erzielen. Allerdings ist dabei das Geld auch für längere Zeit fest angelegt (der Name des Kontos suggeriert dies bereits), das Kapital kann also nicht bei Bedarf einfach täglich vom Anleger wieder entnommen werden. Einen Überblick über gut verzinste Tages- und Festgeldkonten geben Ihnen unsere Vergleiche:

Tagesgeldvergleich

Festgeldvergleich

Falls Sie dennoch die Zinsen eines kostenlosen Girokontos in irgendeiner Form mitnehmen möchten, achten Sie zumindest darauf, dass diese nicht nur einmal, sondern mehrmals pro Jahr ausgezahlt werden. Die Zinsgewinne können dann wiederum in die Anlage eingebracht werden, was den letztendlichen Zinsertrag etwas verbessert.

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