Spezielle Kontoarten
Spezielle kostenlose Girokonten: Treuhandkonto, Mietkautionskonto etc.
Nicht immer ist ein Konto für den täglichen Gebrauch, also zum Abheben von Bargeld, zum Zahlen mit einer EC- oder Kreditkarte etc. vorgesehen. Es gibt durchaus Kontomodelle, die für ganz spezielle Zwecke eingesetzt werden und daher nicht für den täglichen Zahlungsverkehr in Anspruch genommen werden. Da ein normales Girokonto auch dann, wenn es nicht benutzt wird, regelmäßige Gebühren kostet, eignet sich für spezielle Zwecke ein kostenloses Girokonto oftmals sehr gut. Welche Zwecke dies genau sind, und worauf Sie bei der Inanspruchnahme achten müssen, dazu im Folgenden mehr.
Treuhandkonto
Zunächst zum Thema Treuhandkonto. Dieses Kontomodell wird immer dann benötigt, wenn ein bestimmter Kapitalbetrag für eine gewisse Zeit treuhänderisch verwaltet werden muss. Das bedeutet konkret: Das Geld wird von einem Käufer oder Vertragspartner auf das Konto eingezahlt und erst dann freigegeben, wenn der Verkäufer bestimmte, im Voraus festgelegte Bedingungen erfüllt hat. Die Verwaltung des Kontos übernimmt in diesem Fall eine dritte Person, eben der Treuhänder. Da das Treuhand-Verfahren in der Regel sowieso schon eine relativ teure Sache ist – schließlich will der Treuhänder auch sein Geld verdienen – bietet sich für das Treuhandkonto die Inanspruchnahme eines kostenlosen Girokontos geradezu an. Dies gilt zumindest dann, wenn das treuhänderisch verwaltete Kapital nicht über längere Zeit auf diesem Konto belassen werden soll. Falls doch, würde sich ein Tages- oder Festgeldkonto wesentlich besser eignen. Für kurzfristige Treuhandgeschäfte jedoch ist das kostenlose Girokonto geradezu prädestiniert. Eine Übersicht empfehlenswerter kostenloser Girokonten liefert Ihnen unser Vergleich:
Mietkautionskonto
Ein weiterer spezieller Kontotyp ist das Mietkautionskonto. Fast jeder, der in Deutschland eine Wohnung oder ein Haus mieten möchte, muss dafür eine Kaution an den Vermieter zahlen. Diese Kaution gilt als Sicherheit, wenn der Mieter beispielsweise die Mietsache beschädigt und die Schäden anschließend nicht beheben will oder kann. In Deutschland gibt es feste gesetzliche Regelungen, wie hoch eine Mietkaution maximal sein darf. Die Obergrenze beträgt momentan drei Netto-Monatsmieten.
Die vom Mieter gezahlte Kaution wird anschließend auf einem Konto oder Sparbuch deponiert, wo sie für die gesamte Mietdauer verbleibt. Endet das Mietverhältnis, muss der Vermieter – sofern er keine Beanstandungen hat – die Mietkaution samt Zinsen wieder an den Mieter auszahlen.
Wenn ein kostenloses Girokonto als Mietkautionskonto dienen soll, gilt es jedoch zunächst genau zu rechnen. Zwar bietet ein herkömmliches Sparbuch in der Regel deutlich höhere Zinssätze als ein kostenloses Girokonto, allerdings werden dafür auch entsprechende Gebühren berechnet. Es gilt also, zunächst alle Kosten gegenüberzustellen, um das im Endeffekt wirklich günstigste Modell für ein Mietkautionskonto herauszufinden.
Auf das Thema Mietkautionskonto und Mietbürgschaft geht unser Ratgeber zum Thema Mietkaution noch näher ein: